Archive for Juli, 2010

Absahnwahn

27. Juli 2010

Es ist ein durchaus besonderes Angebot, Gerigk und die Anwälte sind so siegessicher, dass sie in Vorkasse treten. Denn nach der dann folgenden Welle von Abmahnungen kommt allemal genug Geld rein, um die ausgelegten Kosten wieder reinzuholen – und zusätzlich geht eine schöne Summe auf dem Konto der Rechteinhaber ein. Ein Deal, ganz ohne Verlustrisiko. Auf die Frage, ob es bei diesem Geschäftsmodell wirklich noch um Rechtsverletzungen oder vor allem ums Geldverdienen geht, meint Gerigk: „Beides.“

Abmahnungen im Internet – Prinzip Abschreckung (taz).

(Nicht schlecht, bis auf die Tatsache, dass Nümann und Lang nicht in Frankfurt residieren. Oder vielleicht doch? Wird man als Journalist abgemahnt, wenn man so etwas nicht ordentlich recherchiert? Alles ist möglich.)

Nachdem mit eindrücklich bekannt gemacht wurde, wie sich so mancher den eCommerce in Deutschland vorstellt – und der verlinkte Artikel lässt erahnen, welch wunderbarer Marktplatz juristischer Kleinteiligkeiten sich dort bietet – kann ich jedem nur empfehlen, nichts mehr bei der eBucht zu verkaufen (Alternative Flohmarkt – hat den Vorteil, dass man mit seinem Gegenüber super um den Preis pokern kann, ohne das dabei irgendein Anwalt verdient), nur noch schreckliche Top100-Radiosender zu hören (oder man nutzt Ramschläden oder Flohmärkte für gebrauchte CDs) und  DVDs (Sie wissen doch noch, was DVDs sind, Sie Raubkopiermörder, Sie) aus Videotheken auszuleihen (oder man nutzt Ramschläden oder Flohmärkte für gebrauchte DVDs). All dies war und ist absolut abmahnwesensfrei und meistens ungefährlich. Alles andere in diesem Internetz dient doch nur dem Absahnwahn.

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Was andere schon immer wussten

16. Juli 2010
„Die Leute am Kopieren von Musik hindern zu wollen, ist ganz klar verschwendete Zeit. Außerdem machen solche Versuche das Gesetz zum Angreifer. Es ist so ähnlich wie bei der Prohibition in den 30er-Jahren in Amerika“, kritisierte Jenner am Mittwoch im Zuge des Westminster eForum.
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Trotz angestrengter Bemühungen, Klagewellen und dem Vorgehen gegen illegale Filesharing-Plattformen ist der Piraterie im Netz nicht beizukommen. Wenngleich digitale Musikverkäufe wachsen, können sie die Verluste aus dem physischen Geschäft weiterhin nicht aufwiegen.

Und am Ende bitte noch der logische Hinweis auf Rapidshare, die ihr Geld mit Leuten verdienen, die Inhalte, für die man im Laden bezahlen müsste, herunterladen und dafür bezahlen. Darüber nachzudenken, keine Zeitverschwendung.