Gar nicht so schlecht, dieses Internetz

13. Juli 2011

Rund 5,9 Milliarden US-Dollar haben amerikanische Konsumenten im 1. Quartal 2011 für Spiele und Hardware ausgegeben. Ein Plus von 1,5 Prozent, das vor allem dank digitaler Erlöskanäle zustande gekommen ist.

golem.de

Man könnte jetzt behaupten, die Zukunft läge im Internet und den neuen Vertriebskanälen, die dieses bietet, mit denen scheinbar auf – für jeden – ganz legalen Wegen Geld zu verdienen sei, ohne Konsumenten gleich zu Raubmonstern zu machen, sondern zu dem was sie sind: Könige. Nun ja, die Zeit wird schon ihren Teil dazu beitragen.

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Die Fragwürdigkeit ermittelter IP-Adressen

1. März 2011

Seine Zweifel an der Beweisführung des Ermittlungsunternehmens machte das Gericht daran fest, dass zu dem hochgeladenen Film wiederholt ein- und dieselbe IP-Adresse aufgezeichnet worden war. Der DSL-Provider würde jedoch nach 24 Stunden eine bestehende DSL-Verbindung unterbrechen und dann dynamisch neue IP-Adressen zuweisen. Dasselbe geschieht, wenn der DSL-Kunde die Verbindung zwischenzeitlich unterbricht.

Ermittlung von IP-Adressen in Tauschbörsen fragwürdig

Über die Merkwürdigkeit immer wiederkehrender IP-Adressen, die spätestens nach 24 Stunden eigentlich jemand anderem gehören müssten siehe auch hier.


Von und zu Raubkopierberg

22. Februar 2011

Dass diese Lüge des Ministers mit einer nicht ganz unerheblichen Urheberrechtsverletzung einher geht, ist für die Bundesregierung durchaus pikant. Denn sie wird ansonsten nicht müde zu betonen, dass man den Kampf gegen die Verletzung des geistigen Eigentums, insbesondere im Internet, verschärfen und die Position der Urheber und Rechteinhaber stärken müsse. Diese Bundesregierung muss nun aber mit ansehen, auf welch wackeligen Beinen solche Grundhaltungen stehen, wenn ein Mitglied ihres eigenen Kabinetts das Urheberrecht anderer gezielt verletzt. Guttenberg verschärft damit die Legitimationskrise des Urheberrechts. Denn Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein Raubkopierer.

Internet-Law – Das Wissenschaftsplagiat


Wie man Piraterie in Profit umwandeln kann (Part I)

5. Januar 2011

Goodbye 2010, welcome 2011.

Ob alles bleibt wie es ist oder am Ende anders sein wird? Wir werden sehen. Zur Jahreseröffnung gibt es hier erst einmal eine kleine Serie von Eindrücken, Beobachtungen und Ideen zum Thema piracy und profit. Fangen wir mit der Musikindustrie an.

Ich habe im letzten Jahr so wenig Musik wie noch nie gekauft. Klar, werden die Abmahnanwaltskanzleien dieser Erde jetzt laut rufen, der Schweinehund hat raubritterkopiert ohne Ende, nehmt ihn fest, saugt ihn aus! Aber das stimmt nicht. Nachdem ich im Dezember 2009 eine dieser unfreundlichen Abmahnungen erhalten habe, ist mir die Freude an der Musik vergangen. Schlagartig hatte ich keinen Bock mehr, mich über das tüdelüdige Radiogedudel hinaus mit Musik zu beschäftigen. Und das, obwohl ich bis dahin Bein auf Stein behauptet hätte, ohne Musik nicht leben zu können. Vielen Dank, Herr Abmahnanwalt.

Lediglich ein paar kostenlose Angebote verschiedener Netlabel konnten mich reizen, einfach herunterladen, ohne schlechtes Gewissen ausprobieren und wenn man es nicht mehr hören kann, löscht man es, ohne Geld verschenkt zu haben. Und ich habe gespendet. Zum ersten Mal in meinem Leben. Ich glaube sogar, dass ich genauso viel Geld, wie ich 2009 für Musik ausgegeben habe, an freie Künstler und Organisationen gespendet habe. Ich kaufe also kaum noch Musik in einschlägigen Downloadläden, geschweige denn den supergeilen Megabilligentertainmentsupermärkten, sondern gebe vielen anderen mein sauer verdientes Geld, das ich übrigens immer noch bereit bin, für Kulturprodukte auszugeben.  Nur die gierige Musikindustrie bekommt davon nichts mehr ab.

Und da frage ich Sie doch: Ist es das was Sie wollen?

Filemarketing

7. Dezember 2010

„EMI beschäftigt ein Team an Werbeleuten, Künstlern und Agenten, die gemeinsam so viele kostenlose Musikdownloads im Internet platziert haben, dass EMI selbst nicht zwischen genehmigten und nicht genehmigten Links unterscheiden kann.“ Es würden sogar außenstehende Marketing-Unternehmen damit beauftragt, EMI-Musik auf Musikseiten quer durch das Internet zu verteilen.

MP3tunes: EMI verteilt selbst MP3-Dateien über Rapidshare

Vorstellbar. Filesharing und One-Click-Hosting als Marketingmaschine, warum nicht. Man nutzt die Kanäle, die alle nutzen, ohne größere Kosten zu verursachen und schlägt dann auf der anderen Seite zu, wenn das Produkt in den Charts platziert ist. Passend zur Idee, den Kunden nicht als Kunden zu sehen, sondern als Melkvieh, das Höchstleitungen bringen muss.

(Oder eine alberne Verschwörungstheorie. Irgendwann gibt es dazu bestimmt mal was bei Wikileaks.)


Be-Gutachtenswert

17. November 2010

Ein beachtenswertes Gutachten wird hier erwähnt und zitiert und es wird abzuwarten sein, was das Gericht davon halten wird.

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Gegenwind

12. November 2010

Neben den eigentlichen Schadensersatzansprüchen hat die Kanzlei Rasch auch versucht, Rechtsanwaltskosten für eine Abmahnung geltend zu machen. Bislang waren diese Kosten oftmals der Hauptbestandteil der Klagen. Nunmehr stellten die Hamburger Richter fest, dass die ausgesprochenen Abmahnungen zu unspezifisch waren und daher überhaupt keine Abmahnkosten verlangt werden können. Sollte dieses Urteil Bestand haben, hätte das Auswirkungen auf tausende von Abmahnungen, die in den vergangenen Jahren seitens der Kanzlei Rasch verschickt worden sind.

Christian Solmecke – LG Hamburg: Abmahnungen von RA Rasch zu unspezifisch – keine Abmahngebühren

(Ein kleiner Schritt für die Hamburger Richter, ein etwas größerer Schritt für die Abmahngemeinschaft? Interessant ist das doch nur für diejenigen, die mehr von als nur die üblichen Textbausteine von den ihnen zugewandten Abmahnanwaltskanzleien zugeschickt bekommen. Alle anderen werden weiterhin besonnen in ihren Ohrensessel sitzen, der Jahreszeit entsprechende Getränke zu sich nehmen und den Klängen kürzlich im legalen Onlinemusikladen legal erworbener Musikstücke  lauschen, bis der Abmahnwahn sich im Sande der Justiz verlaufen hat. Oder so.)


Kleiner Hinweis

3. November 2010

Im Falle der Ablehnung einer modifizierten Unterlassungserklärung (z. B. David Vogt, Schöne neue Welt), bleiben Sie bitte ruhig und konsultieren zuerst das einschlägige Verbraucherschutzforum und seine Hinweise zum Thema.


Die Abmahnung, ein digitaler Strafzettel?

14. September 2010

Dem arglosen Verbraucher sollten „digitale Strafzettel“ die Illegalität des Herunterladens einleuchtend machen.

Der Versuch einer Interpretation: Im Prinzip kann man gegen die Raubkopierschweinereien zahlungsunwilliger User nichts machen, genausowenig, wie man Raser aufhalten oder Schwarzfahrer zum Ticketkauf anhalten kann. Also stellt man hier und da Radarfallen auf, um wenigstens einen Teil der Bande zu erwischen und denen haut man einmal auf die Finger, drückt ihnen ein Knöllchen in die Hand und schon stellen sie ihre Verbrechen ein.

Mein bisher höchster Strafzettelbetrag betrug bisher, glaube ich, 35 €, wobei die Bezeichnung „Strafzettel“ gar nicht richtig ist, begangen wurde eine Ordnungswidrigkeit, so viel Zeit muss sein.

So dürfte also obiges Zitat zu verstehen sein.

In der Realität sieht es dann so aus: Der digitale Strafzettel, juristisch korrekt Abmahnung genannt, wird nicht im Falle des Herunterladens von Inhalten überreicht, sondern im vermuteten Falle des großangelegten Verteilens wertvoller Inhalte über Tauschbörsen im Internet. Man möchte vom vermuteten Bösewicht Schadensersatz und Erstattung anwaltlicher Kosten, wobei letztere den geforderten Schadensersatz deutlich überschreiten. Wer eins und eins zusammenzählen kann, dürfte nun schnell zu der Erkenntnis gelangen, dass es im organisierten Abmahnwahn nun wirklich nicht um die Verteilung digitaler Strafzettel geht, sondern vielmehr um die Generierung von Profiten aus einem sterbenden Geschäft. Und wer sich vom Kuchen das größte Stück abschneidet, wird spätestens nach dem zweiten Lesen der Abmahnung deutlich. Dass die Medienindustrie durch den Abmahnwahn weder entgangene Gewinne kompensieren, noch alte Kunden zurück gewinnen kann, scheint bei den Protagonisten noch nicht angekommen zu sein. Schade, eigentlich.


Absahnwahn

27. Juli 2010

Es ist ein durchaus besonderes Angebot, Gerigk und die Anwälte sind so siegessicher, dass sie in Vorkasse treten. Denn nach der dann folgenden Welle von Abmahnungen kommt allemal genug Geld rein, um die ausgelegten Kosten wieder reinzuholen – und zusätzlich geht eine schöne Summe auf dem Konto der Rechteinhaber ein. Ein Deal, ganz ohne Verlustrisiko. Auf die Frage, ob es bei diesem Geschäftsmodell wirklich noch um Rechtsverletzungen oder vor allem ums Geldverdienen geht, meint Gerigk: „Beides.“

Abmahnungen im Internet – Prinzip Abschreckung (taz).

(Nicht schlecht, bis auf die Tatsache, dass Nümann und Lang nicht in Frankfurt residieren. Oder vielleicht doch? Wird man als Journalist abgemahnt, wenn man so etwas nicht ordentlich recherchiert? Alles ist möglich.)

Nachdem mit eindrücklich bekannt gemacht wurde, wie sich so mancher den eCommerce in Deutschland vorstellt – und der verlinkte Artikel lässt erahnen, welch wunderbarer Marktplatz juristischer Kleinteiligkeiten sich dort bietet – kann ich jedem nur empfehlen, nichts mehr bei der eBucht zu verkaufen (Alternative Flohmarkt – hat den Vorteil, dass man mit seinem Gegenüber super um den Preis pokern kann, ohne das dabei irgendein Anwalt verdient), nur noch schreckliche Top100-Radiosender zu hören (oder man nutzt Ramschläden oder Flohmärkte für gebrauchte CDs) und  DVDs (Sie wissen doch noch, was DVDs sind, Sie Raubkopiermörder, Sie) aus Videotheken auszuleihen (oder man nutzt Ramschläden oder Flohmärkte für gebrauchte DVDs). All dies war und ist absolut abmahnwesensfrei und meistens ungefährlich. Alles andere in diesem Internetz dient doch nur dem Absahnwahn.